Perspektive Deutsches Kino -
21. bis 24. Februar.
Zum neunten Mal geht das Nachspiel der Berlinale-Sektion „Perspektive Deutsche Kino" im Filmmuseum an den Start - fast ein Jubiläum!
Wir freuen uns, Ihnen wieder frische Festivalfilme - und die Regisseurinnen und Regisseure im anschließenden Gespräch - vorstellen zu können.
21. Februar, 18 Uhr
R: Alice Gruia, D 2011
Rodica Gruia, die 88-jährige Großmutter der Regisseurin, und Rodica Grill sind beste Freundinnen, haben beide jüdisch-rumänische Wurzeln und leben seit langem in Sydney. Zusammen sind die Rodicas wie Teenager: Sie plappern ohne Unterlass, gehen shoppen, zu Konzerten und probieren neue Cafés aus. Doch ihre turbulenten und dramatischen Vergangenheiten haben Spuren hinterlassen. Sehr unterschiedlich gehen sie damit um. Beide Rezepte scheinen zu funktionieren. Ein Debütfilm über Lebenslust, Kraft und Witz zweier Frauen, die außergewöhnlicher und gewöhnlicher, unterschiedlicher und ähnlicher zugleich nicht sein könnten.
Sterben nicht vorgesehen
21. Februar, 18 Uhr
R: Matthias Stoll, D 2012
Nachdem du gestorben bist, habe ich manchmal alte Männer in Straßen beobachtet. Solche, die sich einfach treiben lassen, ihre Zeit verschwenden und nicht immer irgendwo hinrennen. Hattest du Angst vor dieser Einsamkeit? Angst davor, mit dir allein zu sein? Vielleicht habe ich mir vorgestellt, dass du jetzt mit dir alleine bist. Du hast alles aufgebaut und abgesichert - für einen Lebensabend, den du nie hattest. Was bleibt? Ein paar Erinnerungen und das Gefühl, dass du und ich viel gemeinsam hatten ...
Gegen Morgen
21. Februar, 20 Uhr
R: Joachim Schönfeld, D 2011
Wagner redet nicht viel, er hat ein Zimmer zum Hof, zählt Vögel, hört Wagner-Opern, ist Polizist, soll einen Mörder beschützen, sieht viel und tut wenig. Er trifft eine Frau, alles wird immer verwickelter - bis er am Ende mal die Beherrschung verliert. Eine Geschichte über die Schwierigkeiten mit wollen, fühlen, denken und tun, also über Beziehungen und Menschen, jetzt, hier in Berlin.

Trattoria
22. Februar, 18 Uhr
R: Soleen Yusef, D 2012
Die 19-jährige Lea will ihren Vater Bosse kennenlernen. Als sie sich zum ersten Mal bei ihm meldet, wimmelt er sie ab. Bosse hat gerade ganz andere Probleme. Doch Lea schmuggelt sich unter dem Deckmantel der neuen Küchenhilfe in sein Leben: Die Trattoria. Lea ahnt nicht, was mit einem Leben zwischen Pizza, Rotwein und dubiosen Geldgeschäften verbunden ist.
Tage in der Stadt
22. Februar, 18 Uhr
R: Janis Mazuch, D 2012
Als Nina (39) nach 13-jähriger Haft aus dem Gefängnis entlassen wird, beginnt für sie die Suche nach ihrem Platz in der Welt. Schnell findet sie eine Wohnung und auch eine schlecht bezahlte Arbeit. Als sie daraufhin versucht, mit ihrer mittlerweile erwachsenen Tochter Anna in Kontakt zu treten, steht Nina einem fremden Menschen gegenüber.
Man for a Day
22. Februar, 20 Uhr
R: Katarina Peters, D 2012
Was macht den Mann zum Mann? Dieser Frage kann sich niemand entziehen. Diane Torr, Performancekünstlerin und "Drag-King-Pionierin" hat Werkzeuge entwickelt, mutige Frauen in den Mann ihrer Wahl zu verwandeln. Vielleicht ist Gender ja nur ein Satz von Gesten, den Man/Frau sich aneignen kann.

Westerland
23. Februar, 18 Uhr
R: Tim Staffel, D 2012
Sylt im Winter. Cem, Auszubildender beim Ordnungsamt, und Jesús, ein Streuner mit erfundenen Geschichten, sind auf der Suche nach dem richtigen Platz im Leben. Sie lernen sich kennen und entscheiden sich für einander. Doch je mehr sie sich bedeuten, desto verständnisloser reagiert der Rest der Welt. Für ihre Freundschaft stellen Cem und Jesús sich vier Regeln auf: Du sollst nicht kiffen. Du sollst nicht kotzen. Du sollst nicht lügen. Du sollst nicht sterben. Nicht alle können eingehalten werden.
Karaman
23. Februar, 20 Uhr
R: Tamer Yiğit, Branka Prlić, D 2012
Die junge Studentin Zehra reist aus Istanbul zu ihrer Familie in Karaman. Vor fünf Jahren hat sie beschlossen, das Kopftuch anzulegen. Ihr Bruder und ihr Vater, ein Ex-Militär, sehen dies kritisch. Als Zehra ihrem Vater sagt, dass sie nach Deutschland auswandern möchte, will dieser sie zum Bleiben bewegen. Hat er nicht für eine moderne Türkei gekämpft? Weiß sie nicht um die Ablehnung, die ihrem Glauben in Deutschland entgegenschlägt? Die karge Landschaft wird zur Projektionsfläche, die Grenzen zwischen den Standpunkten verschwimmen.
Die Vermissten
24. Februar, 18 Uhr
R: Jan Speckenbach, D 2012
Von einem Tag auf den anderen verschwindet die 14-jährige Martha. Ihr Vater Lothar, der seit Jahren weder zu ihr noch zu seiner Ex-Frau Kontakt hat, begibt sich auf die Suche nach seiner Tochter. Bald stellt er fest, dass auch andere Kinder und Jugendliche auf unerklärliche Weise aus der Stadt verschwinden. Lothar folgt ihren Spuren übers Land, doch die Suche läuft ins Leere, bis er der 12-jährigen Lou begegnet. Mit ihr setzt er seine Reise fort. Langsam begreift Lothar, dass sich die Welt verändert hat.
This Ain't California
24. Februar, 20 Uhr
R: Marten Persiel, D 2012
Der diesjährige Gewinner des Preises „Dialogue en perspective". Erzählt wird die Coming-Of-Age-Story dreier Teenager, die auf dem bröckelnden Asphalt der DDR ihre Liebe zu einem Sport entdecken, der so gar nicht ins Programm passte: Skateboarding. Der Film begleitet die Wege seiner Hauptfiguren von der frühen Kindheit in den 1970ern, über eine Sturm-und-Drang-Phase in den 1980ern und endet im Herbst 1989. Eine Hymne an die subversive Kraft von Spaß und Lebenslust und ein dokumentarischer Trip durch die schrullige Welt der „Rollbrettfahrer" in der DDR.
Sometimes we think and sit and sometimes we just sit
24. Februar, 22 Uhr
R: Julian Pörksen, D 2012
Der 50 Jahre junge Peter zieht aus der Mitte seines Lebens in ein Altenheim, um dort für den Rest seiner Tage, nichts mehr zu tun. Auf diesen seltsamen Entschluss reagiert seine Umwelt aufgebracht, verzückt und verstört, und beruhigt sich erst, als sie sein Verhalten etikettiert hat - indem sie ihn zum Vorbild (sein Pfleger), zum heimlich Geliebten (Frau Drusse), zum Verräter (sein Sohn) und zum Krankheitsfall (sein Arzt) gemacht hat. Ein Roadmovie ohne Road, in dem ein freiwilliger Senior durch seine Hingabe an die Passivität eine Fülle von Ereignissen auslöst.
Ararat
24. Februar, 22 Uhr
R: Engin Kundag, D/TR 2012
Seit 10 Jahren hat Nuh nicht mit seinem Vater gesprochen. Jetzt begräbt er ihn 4.000 km entfernt von seiner deutschen Heimat am Fuße des Ararats. In dem verbitterten Versuch, den vergangenen Fehler wieder gut zu machen, zerstört er die neue heile Welt seines Bruders im tiefsten Osten Anatoliens. Ein Film über verlorene Identitäten, vermeintliche zweite Chancen und die Zerstörungswut des menschlichen Dickkopfs.
Potsdam Berlinale – Perspektive Deutsches Kino
21. bis 24. Februar
Kartenreservierung: 0331-27181-12; ticket(at)filmmuseum-potsdam.de
Filmmuseum Potsdam
Marstall/ Breite Str. 1a
14467 Potsdam
Tel.: 0331-2718114
Fax: 0331-2718126
www.filmmuseum-potsdam.de
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