Claus Dieter Clausnitzer liest Paul Zech.
Zur Ausstellung „Erdbeermund, original!" - Die Leben des Paul Zech (1881-1946)
in Kooperation mit der Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte
und der Sparkasse Heidelberg
Die Texte des 1946 verstorbenen Arbeiterdichters und Dramatikers Paul Zech sind eine wirkliche Entdeckung. In ihrer suggestiven Sprachkraft und den evozierten, oft magischen Bildwelten zählen sie zu den eindringlichsten Zeugnissen des deutschen Expressionismus. Zech geht es um die tragische Existenz des Menschen. Die Kulissen hierfür fand er in der Arbeitswelt, im Krieg, in sozialen Umständen. Er zeigt den Menschen als Opfer von Politik, Justiz, Klerus, aber auch - und hier ist er Kind seiner Zeit - mythischer Schicksalsvorstellungen. Zechs Texte sind keine Betroffenheits- oder gar Agitationstexte. Sie zeichnen sich durch ein hohes Maß an Formbewusstsein aus. Jenem wohnt die Tendenz inne, gängige Gestaltungsmerkmale durch Kühnheit und Originalität zu unterlaufen und zu sabotieren. Dies lässt Zechs Lyrik zeitlos erscheinen. Kammerschauspieler Claus Dieter Clausnitzer ist außer seinen vielen Theaterengagements präsent im WDR sowie zahlreichen TV-Produktionen und längst Kult im Tatort Münster als taxifahrender „Vaddern" von Kommissar Thiel (Axel Prahl). Clausnitzers großes Verdienst ist es, durch seine klare und sachlich-nüchterne Art und Weise der Rezitation kein unnötiges Pathos aufkommen zu lassen. Er eröffnet hierdurch den Blick auf einen Autor, der es verdient hat, wieder mehr ins literarische Bewusstsein zu rücken.
02.03.12 / Fr / 20.00 Uhr / klub_k
„Wir haben unser Herz verraten…“
Claus Dieter Clausnitzer liest Paul Zech
Kulturhaus Karlstorbahnhof e.V.
Am Karlstor 1
69117 Heidelberg
Tel.: 06221-9789 11
www.karlstorbahnhof.de
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