
Am 5. November 2011 eröffnet im Archäologischen Museum Frankfurt die Sonderausstellung.
Grausig anmutende Praktiken der Mumifizierung und Einbalsamierung, fremdartige tiergestaltige Gottheiten, prächtige Sarkophage und Amulette - Mumien und Totenkult Altägyptens in einer Ausstellung des Archäologischen Museum Frankfurt. Vom 5. November 2011 bis 26. Februar 2012 können hier faszinierende Originalfunde aus dem Ägyptischen Museum Florenz bestaunt werden, das erstmals seine bedeutenden Sammlungen in diesem Umfang außerhalb Italiens zeigt.
Diese reichen Collectionen gehen zurück auf die intensive und langjährige Sammlungstätigkeit der illustren Familie Medici sowie auf die toskanisch-französiche Grabungskampagne von 1828, an der die beiden Ägyptologen Rosellini und Champollion beteiligt waren. Die Funde aus dieser Grabung wurden zum Teil nach Florenz und zum Teil in den Louvre nach Paris gebracht. Jean François Champollion war zuvor 1822 als erstem die Entzifferung der ägyptischen Hieroglyphen gelungen.
Die Vorstellung der Ägypter vom Leben im Jenseits sowie von der Reise, die die Seele durchführen muss, um in die Elysischen Gefilde zu gelangen, sind Thema des ersten Teils der Ausstellung. Die beiden Hauptwesenheiten der Seele werden vorgestellt: der „Ka" und der „Ba", ferner der Mythos von Tod und Auferstehung des Osiris, der die Idee der Unsterblichkeit auch der antiken Kulturen Europas so stark prägte.

Uschebti-Schrein des Nekhtamontu
Neues Reich (1550 - 1070 v. Chr.), stuckiertes und bemaltes Holz.
© Museo Egizio di Firenze
Die Ausstellung veranschaulicht den Vorgang und die Praktiken der Mumifizierung und Einbalsamierung der Toten im Alten Ägypten: von der Präparierung und Bandagierung des Leichnams, der Positionierung der verschiedenen Amulette und anderer Beigaben auf dem Körper des Toten, der Einbalsamierung der inneren Organe und ihrer Deponierung in die sogenannten kanopischen Urnen, der Niederlegung des Leichnams in einen oder mehrere Sarkophage, der Bedeckung seines Gesichts mit einer Funeralmaske bis zur Beigabe zahlreicher apotropäischer und hilfreicher Amulette. Dies wird illustriert mit vollständigen Mumien und Mumienteilen, Werkzeugen und Geräten zur Körperöffnung und Organentnahme, Salbgefäßen, mehreren Sarkophagformen, Mumienmasken, Kanopengefäßen samt Holzkasten sowie zahlreichen Amuletten.
Um im Jenseits weiterleben zu können, musste der Verstorbene mit allem dazu Nötigen versehen sein; entsprechend sind die Gräber mit zahlreichen Beigaben unterschiedlicher Funktion und Bedeutung ausgestattet. Jeder dieser Gegenstände wurde beim Toten deponiert - sie garantierten die Fortführung des Lebens nach dem Tod. Neben den Funeralobjekten religiösen oder rituellen Charakters sollten dem Verstorbenen auch Gegenstände des täglichen Lebens wie Mobiliar, Kämme, Salbengefäße und Schmuck für das erneuerte Leben im Jenseits zur Verfügung stehen.
Sonderausstellung
Reise in die Unsterblichkeit. Ägyptische Mumien und das ewige Leben
5. November 2011 bis 26. Februar 2012
Eine Ausstellung des Archäologischen Museums und des Ägyptischen Museums Florenz
in Zusammenarbeit mit Contemporanea Progetti GmbH, Florenz, und Expona GmbH, Bozen
Katalog "Reise in die Unsterblichkeit. Ägyptische Mumien und das ewige Leben" (€ 19,50)
Begleitbroschüre für Kinder und Schüler "Reise ins Alte Ägypten. Auf dem Nil in die Zeit der Pharaonen" (€ 6,00).
Die Ausstellung wird gezeigt im Refektorium des Karmeliterklosters – Zugang über Münzgasse 9 oder über das Archäologische Museum (Karmelitergasse)
Beachten Sie die erweiterten Öffnungszeiten der Sonderausstellung:
Mo – So 10 – 18 Uhr, Mi 10 – 20 Uhr
Eintritt (inklusive Dauerausstellung und Sonderausstellung "Sagazeit. Geschichten und Funde aus dem Alten Island")
€ 8, ermäßigt € 4
Die Ausstellung ist geöffnet
3. Oktober 2011, 25. und 26. Dezember 2011
Die Ausstellung ist geschlossen
24. und 31. Dezember 2011, 1. Januar 2012
WEITERE INFOS
Archäologisches Museum Frankfurt
Karmelitergasse 1
60311 Frankfurt am Main
Telefon 069/212-35896
Fax 069/212-30700
www.archaeologisches-museum.frankfurt.de
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