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Katja Erdmann-Rajski - Ze.M. Tanzprojekte

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Katja Erdmann-Rajski - Ze.M. Tanzprojekte
Jandl_Titel


sprecken du deuts? kennen du ernsten jandeln?
In Katja Erdmann-Rajskis neuem Tanztheater lernt man ihn kennen. Ernst Jandl, den österreichischen Dichter, der wie kein anderer die deutsche Sprache anarchisch zerpflückt, sie ins lachhaft Absurde ZEM_EJ_PR_100222überführt und ihre jazzigen Rhythmen aufgedeckt hat. Jandl verstand Sprache als ­körperliche Lust. Zärtlich-erotisch züngelt er mit den Lauten oder zermalmt grantelnd die Worte in seinem Mund. Und macht so ihre bizarre Schönheit erst hörbar. Zwischen nasaler und oraler Lust, Anallyrik und -neurotik. Mit religiös-ketzerischer In­brunst und abgrundtiefem Humor. Auf der Suche nach dem Ich(-Laut) und nach seinem Körper, der alternd verfällt.

Neben Ausschnitten aus der Matthäuspassion Bachs tritt die eigens für das Stück komponierte Musik des Grandseigneurs der elektronischen Lautmalerei. Ulrich Süße, ehemaliger Kompositionsprofessor der Stuttgarter Musik­hochschule, fragt sich musikalisch „jandelnd“: „?lechts und rinks odel hart geladeaus?“

Ausgehend von der musikalischen Sprache Süßes und Jandls machen auf der Bühne Sprecher und Tänzer das Ringen Jandls um Worte hör- und sichtbar. Sie zeigen die Gebrechlichkeit des Alterns, Jandls Seelenpein zwischen Euphorie und Depression, seine Sprach- und Harninkontinenz. Rettungslos verloren zwischen kopulierendem Papier, suchen die Darsteller mit Jandl Rettung in der (Körper) Sprache, suchen im Absurden das Heil, den gottlosen Heiland, dass er sich ihrer erbarme. „die gedichte dieses mannes sind unbrauchbar“, schreibt Jandl. Man könne mit ihnen weder Haarausfall noch Akne behandeln. Natürlich, aber sie sind „bitterschön“.

ZEM_EJ_PR_10022Texte
Ernst Jandl Gedichte, Vorlesungen, Aufsätze, Telefongespräche
Musik
Johann Sebastian Bach Matthäus-Passion, BWV 244, Arien „Erbarme dich“, „Gebt mir
meinen Jesum wieder“ und „Können Tränen meiner Wangen“, Chor „Wir setzen uns in
Tränen nieder“ Ulrich Süße „?lechts und rinks odel hart geladeaus?“
Veranstaltungsdaten

Premiere: 14. April 2010, 20 Uhr
Theaterhaus Stuttgart

Weitere Aufführungen:
15.-17. April 2009, 20 Uhr
12.–15. Mai 2010, 20 Uhr
Theaterhaus Stuttgart
Mitwirkende

Konzeption,
Choreografie, Regie
Katja Erdmann-Rajski
Darsteller: Bernd Lindner, Boris Nahalka, Katja Erdmann-Rajski
Musik Johann Sebastian Bach, Ulrich Süße
Licht Ingo Jooß
Video/Technik Thomas Pfisterer
Dramaturgie Ulrich Fleischmann

Ausschnitte aus dem vorhergehenden Programm "BettGeschichten"
Quelle:www.youtube.com
Biografie

lebenKatja Erdmann-Rajski wurde in Aschaffenburg geboren. An der Stuttgarter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst erwarb sie ihr Diplom in Musikerziehung mit dem Hauptfach Rhythmik. Die Erweiterung der musikalischen Erfahrung durch den tanzenden Körper faszinierte sie so sehr, dass sie zusätzlich eine Tanzausbildung mit den Schwerpunkten zeitgenössischer Tanz, Tanztheater und Ausdruckstanz absolvierte. In dieser Zeit arbeitete sie u.a. mit Rosalia Chladek (Wien), Fe Reichelt (Frankfurt/Berlin), Susanne Linke (Bremen). Sie war Mitglied im Tanztheater Fe Reichelt Frankfurt/Berlin sowie in der Compagnie Dance Art Stuttgart.


Mit Solo-Arbeiten und eigenen Choreografien hat sich Katja Erdmann-Rajski in den vergangenen Jahren einen Namen als freie Tänzerin und Choreografin gemacht. Sie zeigt ihre Arbeiten auf zahlreichen Gastspielen in ganz Deutschland. Bereits seit 2001 produziert sie ihre eigenen Stücke unter dem Label Ze.M. Tanzprojekte, die von öffentlichen und privaten Institutionen – vor allem der Stadt Stuttgart – gefördert werden.

1999 promovierte Katja Erdmann-Rajski mit einer Dissertation über den Tanz Gret Paluccas an der Universität Stuttgart zum Dr. phil. Seit 2003 ist sie Professorin für Kulturpädagogik und Kulturelle Bildung an der EFH Darmstadt.

Katja Erdmann-Rajski ist Mitglied im Produktionszentrum Tanz und Performance e.V. Stuttgart, im FTS - Freie Theater Stuttgart e.V., im Landesverband Freier Theater Baden Württemberg, in der „Freien Szene Darmstadt“ und im Institut Rhythmik Dresden-Hellerau e.V. Im Jahr 2003 ist Katja Erdmann-Rajski Stipendiatin der Kunststiftung Baden-Württemberg im Bereich Darstellende Kunst.

Als Dozentin, als Choreografin und als Tänzerin bewegt sich Katja Erdmann-Rajski seit vielen Jahren in den Grenzbereichen von Musik und Tanz. In ihrer choreografischen Arbeit geht sie von Bewegungsideen, tänzerischer Improvisation und von der Musik aus. Die idealen musikalischen Vorlagen findet sie bei zeitgenössischen Komponisten im Bereich der Neuen Musik.

Ihren ersten mehrteiligen „Tanz- und Musik“- Performanceabend zeigte Katja Erdmann-Rajski im April 2002 mit großem Erfolg im großen Saal der Stuttgarter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst. Die ebenfalls abendfüllende Produktion „Zweiergeschichten“ feierte am 4. Januar 2003 im Stuttgarter Theaterhaus Premiere und sorgte dort auch bei zwei weiteren Vorstellungen für ausverkaufte Ränge. Die „Kontrabass“ war ihr erstes zusammenhängendes Stück, das in den Jahren 2004 und 2005 mehrere Male im Stuttgarter Theaterhaus und im Theater Rampe sehr erfolgreich gespielt wurde. Die „WasserZeichen“, im Jahr 2005 im Treffpunkt Rotebühlplatz Stuttgart uraufgeführt und mehrmals gespielt, sind ein erstes Projekt, in dem neben der intensiven Verbindung von Tanz und Musik die Lichtgestaltung und das Raumkonzept eine besondere Rolle spielen – eine Auseinandersetzung, die in der im November 2005 uraufgeführten TanzLichtMusik-Performance „Frau im Quadrat“ fortgesetzt wurde.

In ihrem aktuellen Tanztheater „Fall aus der Zeit. Die Stimme(n) Ingeborg Bachmanns” setzt sie sich intensiv mit der Sprache – der Stimme – als tänzerisches Movens auseinander, verwebt sie mit klassischer und zeitgenössischer Musik, mit einer fünfstimmigen Tanzchoreografie und eindringlichen Bewegungsbildern zu einer komplexen polyphonen Komposition.
logoInfos

Ze.M. Tanzprojekte
Prof. Dr. Katja Erdmann-Rajski,
Rosengartenstr. 31, 70184 Stuttgart
Tel: 0049-(0)711-76 62 71
www.erdmann-rajski.de
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Samstag, am 19. Mai 2012
ZIT!Date wurde erstellt von Ziegert IT.

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